Pattaya Beach von meinem Hotelzimmer aus im Sandy Spring Hotel
Pattaya Beach von meinem Hotelzimmer aus im Sandy Spring Hotel

Am nächsten Morgen erwachte ich relativ spät. Es war bereits nach 12 Uhr am Mittag. Meine innere Uhr hatte sich noch nicht auf die thailändische Zeit eingestellt. Die 6 Stunden Zeitunterschied sind natürlich nicht innerhalb von zwei Tagen bei meinem Biorhythmus angekommen. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung, wie schwer man es bei der Winter/Sommerzeitumstellung hat. Und da ist es nur eine Stunde. Auf jeden Fall habe ich das Frühstück verschlafen. Die Temperatur im Zimmer ist schon relativ hoch und ich merke, wie der eine oder andere Schweißtropfen von meiner Stirn in Richtung Boden tropft. Ist das schön. Zuhause ist es jetzt nass und kalt, hier ist es….KLASSE! Während in Deutschland die Heizungen laufen, nehme ich mir die Fernbedienung von der Klimaanlage und schalte diese jetzt ein. Was kann das Leben doch schön sein. Eine Dusche wird mir jetzt gut tun. Das Badezimmer war schön gestaltet worden: dezent gefliest und die Dusche war durch eine durchsichtige Glaswand mit entsprechender Glastür getrennt. Das Glas war streifen-frei sauber, noch… . Hier hat das Zimmermädchen bestimmt jeden Tag Spaß, um die Scheiben im Badezimmer immer so streifen-frei zu putzen. Die Dusche auf lauwarm einstellen und das Wasser genießen, das meinen Körper auf Normaltemperatur herunterkühlen sollte. Langsam das Wasser immer kälter regeln bis es eiskalt über meinem Körper lief. Leider war dies nicht möglich, da ich beim Runterregeln der Wassertemperatur bemerkte, dass das Wasser bereits auf kalt eingestellt war. Die Temperaturen hier lassen das Wasser natürlich gar nicht erst kalt werden. Eigentlich logisch. Nachdem ich mich geduscht und frisch gemacht hatte, zog ich mich an und fuhr mit dem Aufzug hinunter in die Lobby. Meinen Schlüssel gab ich an der Rezeption ab und verließ das gut klimatisierte Hotel.

Unterwegs in Pattaya
Unterwegs in Pattaya

Erneut lief ich gegen die Wand aus tropischer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und einer gnadenlos brennenden Sonne. Jetzt hatte ich Zeit mir Pattaya bei Tage anzuschauen. Ich beschloss hinunter zur Beach Road zu gehen, da ich dort gestern einige Shoppingcenter gesehen hatte. Zuvor jedoch meldete sich ein flaues Gefühl in der Magengrube, das mir signalisieren wollte, dass ich heute noch nichts gegessen hatte. Unterstützt wurde dieses Gefühl, durch die vielen kleinen Garküchen, deren einladender Geruch keinen Zweifel aufkommen ließ, dass das angebotene Essen exotisch, lecker und innerhalb kürzester Zeit meins sein wird. Mein leerer Magen entschied sich für einen Stand, der Spieße mit verschiedenen Fleischsorten anbot. Man konnte sich die Spieße mit rohem Fleisch selbst wegnehmen, um diese anschließend dem Verkäufer zu geben, der diese dann vor meinen Augen auf einem Holzkohlegrill zubereitete. Das Fleisch war schön dünn geschnitten, sodass die Zubereitung relativ schnell über die Bühne ging. Die Geschwindigkeit des Verkäufers war auch ausschlaggebend, damit ich nicht auf offener Straße verhungere. Ich gab ihm zwölf kleine Spieße mit verschiedenen Fleischsorten und einen großen Spieß mit einem großen Stück Hähnchenfleisch. Fachmännisch wurden meine Spieße auf den Grill gelegt. Von allen Seiten mit Öl eingepinselt, gewürzt und mit Liebe regelmäßig gewendet, bis der richtige Garpunkt erreicht war. Nachdem die zwölf Spieße fertig waren, wurden diese in Papier eingewickelt und in eine kleine durchsichtige Plastiktüte verpackt. Dazu gab er mir noch eine Dipp Sauce und ich nahm noch eine Tüte Klebereis. Mein großer Spieß wurde jetzt erst auf den Holzkohlegrill gelegt, da meine zwölf kleinen Spieße die Kapazität seines Grills bereits völlig ausschöpft hatten. Macht nichts! Ich konnte schon einmal mit den ersten 12 Spießen anfangen. Nebenan war ein Stand, der verkaufte frisch ausgepressten Orangensaft. Natürlich kaufte ich auch dort eine Flasche, denn bei über 35° C ist ein erfrischendes Getränk nie fehl am Platze. Die Spieße schmecken herrlich. Genau auf den Punkt richtig gegrillt. Ein Sternekoch hätte es nicht besser machen können. Zusammen mit der Sauce und dem Reis genoss ich jeden Bissen. Als abschließende Krönung bekam ich meinen großen Spieß mit dem Hähnchenfleisch. Keine Worte! Saftig, gut gewürzt, aromatisch, professionell zubereitet und unbeschreiblich lecker. Beim Schreiben dieser Worte kann ich jedes einzelne Aroma von damals aus meinem Gedächtnis abrufen. Es ist so als würde ich es jetzt noch einmal Essen. Phänomenal.

Nach diesem Mahl ging ich gut gestärkt in Richtung eines Einkaufscenters, das ich gestern Abend gesehen hatte. Central Festival hieß diese Shopping Mall. Ein beeindruckendes Shoppingcenter. Ich trat durch die Eingangstür und es kam mir so vor, als würde ich einen überdimensionalen Kühlschrank betreten. Eins muss man den Thailändern lassen, mit Klimaanlagen können Sie umgehen. Wenn man von draußen das Central Festival betritt ist es wirklich kalt im Inneren der Shopping Mall. Das Central Festival umfasst sieben Etagen mit vielen Rolltreppen und von außen angebrachten Fahrstühlen. Luxusartikel in Hülle und Fülle, Restaurants, Cafes, Kinos, viele bekannte Fast-Food-Ketten, auch McDonald’s oder KFC und und und. Nichts für den kleinen Geldbeutel, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Beeindruckend sind die Balkone mit einem Blick auf die Bucht von Pattaya und dem offenen Meer im Golf von Thailand. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Temperatur. Die hier ansässigen Geschäfte sind durchweg als luxuriös zu bezeichnen. Das Shopping hier ist so, wie in jedem besseren Shoppingcenter der Welt. Schnäppchen macht man hier eher selten. Jedoch lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Da Wärme ja bekanntlich nach oben steigt fuhr ich gleich mit einem Aufzug in die siebte Etage. Von dort aus begann ich meine Shoppingtour. Jede Etage hat eine schöne breite Galerie zum Laufen. Verteilt stehen überall kleine Stände, an dem man zum Beispiel Kaffee trinken oder ein Eis essen kann. Für die sieben Etagen benötigte ich ungefähr zwei Stunden, um mir einen Überblick über das Angebot zu verschaffen. In der Zeit habe ich einen guten Kaffee getrunken und am Ende im Kellergeschoss einen in Thailand üblichen Food Park gefunden, in denen es viele verschiedene Gerichte und Leckereien gibt. Verlassen habe ich das Shoppingcenter auf der gegenüberliegenden Seite an der Second Road.

Von hier aus lief ich in Richtung eines anderen Shoppingcenters, das ich auch bereits gestern auf meiner Fahrt im Bath Bus entdeckt hatte. Der Name des Shoppingcenters war Mike Shopping Mall. Nach einer Viertelstunde erreichte ich mein Ziel. Vor dem Shoppingcenter befanden sich verschiedene Stände mit exotischen Früchten. Einige dieser Früchte kannte ich, viele jedoch waren neu für mich. Ich lief neugierig an den Ständen vorbei und betrat Mike Shopping Mall. Es ist das genaue Gegenteil dessen, wo ich gerade her kam. Nicht nobel, nicht edel, sondern mehr ein Kaufhaus wie wir es in Deutschland kennen. Auch gibt es hier viele kleine Händler, jedoch ist das Preisgefüge viel angenehmer, als in dem Shoppingcenter, von dem ich gerade kam. Hier kann man mit ’nem bisschen Verhandlungsgeschick das eine oder andere Schnäppchen machen. Mit diesem Shoppingcenter war ich bereits nach einer Stunde fertig. Zum Einkaufen für den Otto Normalverbraucher ist Mike Shopping Mall die bessere Alternative, um den Geldbeutel nicht zu sehr zu belasten.

Da meine letzte Nahrungsaufnahme schon wieder vier Stunden her war, ging ich die Second Road zurück in Richtung Hotel. Kurz vor Erreichen der Soi 13 sah ich auf der anderen Straßenseite ein mir gut bekanntes Logo. Ein gelbes großes M. Ich bin wohl in Thailand, aber ich werde dem großen M einen Freundschaftsbesuch abstatten. Überrascht war ich, wie viele speziell für Thailand zugeschnittene Hamburger auf der Karte waren. Ich entschied mich für einen McChicken thailändische Art. Dieser schmeckte um Längen besser als der McChicken aus Deutschland und war auch noch um einiges billiger. Als ich das große M verließ setzte bereits die Dämmerung ein.

Mein zweiter Tag in Thailand ging dem Ende zu, aber die Nacht musste ja erst noch kommen. Zurück im Hotel besorgte ich mir an der Rezeption einen Schlüssel für den Internetzugang, damit ich mich, über Skype, mit Zuhause in Verbindung setzen konnte. In meinem Hotelzimmer angekommen, baute ich meinen Laptop auf, startete diesen und logte mich mit dem WLAN-Schlüssel ins Hoteleigene Netzwerk ein. Die Verbindung war gut. So rief ich Zuhause an, um mitzuteilen, dass bisher alles nach Plan verlaufen ist. Es ist doch schön, wenn Technik funktioniert. Die Reise, der Flug, der Abend gestern und der Tag heute liefen bisher ohne größere Probleme. Thailand hatte mich mit offenen Armen empfangen. Ich fühlte mich gut in diesem Land. Mein Körper fing an, sich an die tropische Wärme zu gewöhnen. Besser noch, sie fing an, mir zu gefallen. Beim Verlassen des Shoppingcenters merkte ich es zum ersten Mal. Die Hitze war nicht mehr störend, sie wirkte angenehmen, fast vertraut. Nach dem Gespräch verließ ich das Hotelzimmer, nicht ohne die Bargeldreserven in meinem Portmonee wieder etwas aufzufrischen.

Diesmal ging ich in einen Seven-Eleven Supermarkt, den es hier an jeder Straßenecke gibt. Um besser und kostengünstiger erreichbar zu sein und auch selber günstiger telefonieren zu können, besorgte ich mir im Seven-Eleven eine Prepaid SIM-Karte. Das ging sehr unbürokratisch. Geld gegen SIM-Karte. SIM-Karte ins Telefon eingebaut, Aktivierungsnummer angerufen, SIM-Karte und Telefon vertragen sich gut. Fertig. Noch ein bisschen Guthaben dabei gekauft und auf die SIM-Karte gebucht. Es ist jetzt knapp 20 Uhr und der Abend kann beginnen. In dieser Stadt braucht man für den Abend keine großen Pläne zu machen, hier ist überall etwas los.

Einläuten werde ich den Abend mit einer Massage. Gestern Abend, auf der Hinfahrt zum „Klein Heidelberg“ Hotel hatte ich am Dolphin Kreisverkehr eine vertrauenserweckende Thaimassage gesehen. Dort wollte ich jetzt hin. Ich ging zu einem Bath Taxi an der Second Road und stieg ein. Als ich den Dolphin Kreisverkehr sah, drückte ich auf die Klingel und stieg aus. Das Bath Taxi hielt fast genau vor der Thaimassage. Die Begrüßung war nett und man fragte mich nach meinen Wünschen. Die Preise waren sensationell, knapp 6,00 € für eine Stunde Thaimassage. Klasse! Plus ein paar Euro für Pediküre und Maniküre. Also einmal das volle Programm. Fühle mich hier wie Gott in Frankreich, ähhh… in Thailand meine ich. Nach über zwei Stunden Wohlfühlprogramm wollten meine Gaumen und mein Magen auch wieder verwöhnt werden. Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen und willigte ein. Ein richtiger Wohlfühltag heute.

Wie ein Profi stieg ich wieder in ein Bath Taxi und fuhr mit ihm bis zur Walking Street. Auch da zehre ich von meinen Erinnerungen von gestern Abend. Bei meiner gestrigen Entdeckungen der Walking Street fiel mir ein Fisch Restaurant auf, das ich jetzt einmal ausprobieren wollte. Kurze Zeit später saß ich in diesem Restaurant. Man hatte auf der Rückseite eine Terrasse auf dem Wasser gebaut. Das heißt, ich schaute über die Bucht von Pattaya, sah mir die beleuchteten Schiffe an und aß ein Mehrgang Seafood Menü. Es ist herrlich hier. Vor dem Restaurant herrscht Jubel, Trubel und Heiterkeit. Auf der Rückseite nur die Ruhe und das Meer. Und natürlich die anderen Gäste des Restaurants. Was soll ich sagen, wir alle drei haben das Essen genossen, mein Gaumen, mein Magen und ich.

Lucifer Disco in der Walking Street in Pattaya - Thailand
Lucifer Disco
in der Walking Street
in Pattaya – Thailand

Mittlerweile war es bereits nach Mitternacht und ich noch nicht für fünf Cent müde. Also beschloss ich mir heute Abend noch ein paar Discos anzuschauen. Auch die waren klimatisiert, aber längst nicht so kalt wie die Shoppingcenter. Die Getränkepreise waren, für unsere Verhältnisse, angenehm. Nachdem ich drei oder vier Discos von innen gesehen hatte, die alle keinen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen hatten, schlenderte ich noch durch ein paar Seitenstraßen der Walkingstreet. Auch hier gab es überall Garküchen. Und alle Garküchen waren voll. Überall neuartige Düfte, neuartige Speisen und interessante Menschen. Überall Straßenverkäufer, Akrobaten und das Besondere das mir auffiel, alle Menschen, denen ich begegnete, hatten ein Lächeln auf den Lippen. Ich kann gar nicht sagen, wann ich das jemals in Deutschland gesehen habe. Dass Thailand das Land des Lächelns war, wusste ich. Dass die Thais immer lächeln, wusste ich auch, aber dass sogar die Ausländer hier alle mit einem Lächeln auf den Lippen herumlaufen, das hatte ich nicht erwartet. Natürlich ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Aber die positive Einstellung der Leute hier, ist für einen Thailand Ersttäter überwältigend.

Mein Spaziergang führte mich langsam wieder zurück in mein Hotel. Es war bereits nach 2 Uhr nachts, das heißt, auf meiner inneren Uhr so ungefähr 10 Uhr abends. Ich bog in die Soi 13 ein und ging in mein Hotel, holte meinen Schlüssel an der Rezeption ab und fuhr mit dem Lift nach oben. In meinem Zimmer noch kurz duschen, den Fernseher einschalten und ab ins Bett. Noch einmal den ganzen Tag Revue passieren lassen. Was werde ich morgen tun. Wo gehe ich morgen hin. Egal! Heute ist heute, morgen ist morgen. Wir werden ja sehen was der Tag uns bringt. Den Sleep-Timer des Fernsehers auf 60 Minuten eingestellt.

Gute Nacht!

<<< Teil 9 | Teil 11 >>>

<ZURÜCK ZUR HAUPTSEITE>

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.