Flughafen Düsseldorf - Duty Free Area - Auf dem Weg zum Gate 44
Flughafen Düsseldorf – Duty Free Area – Auf dem Weg zum Gate 44

Die Zeit bis zum Abflug vertrieb ich mir mit Arbeit. Ich konnte es kaum noch abwarten. Die Tage wurden gezählt, bis es schlussendlich soweit war. Einen Tag vor dem Abflug noch „schnell“ und „mal eben“ den Rucksack gepackt. Den Online Check-In habe ich bereits mittags durchgeführt und das Essen im Fieger war bereits vor Wochen bestellt worden.

Von Düsseldorf nach Dubai gibt es „Asian Vegetarian Menu“ für mich und von Dubai nach Bangkok habe ich mir das „Seafood Menu“ bestellt. Das Notebook war aufgeladen, der MP3 Player bis zum Anschlag mit MP3’s vollgepackt. Zum Zeitvertreib auch noch „Nicht als die Wahrheit“ von Dieter Bohlen als Hörbuch drauf gepackt und Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg!“.

Genau, dachte ich mir. Bin dann mal weg. Weit weg. Ganz weit weg! Morgen geht es nun endlich los. Um 12:05 in den Regionalzug nach Essen und von dort aus zum Internationalen Flughafen in Düsseldorf. Mein Flug  mit Emirates EK056 geht um 14:40 und bringt mich um 23:59 lokaler Zeitrechnung nach Dubai. Freue mich schon auf den Wüstenstaat. Noch eine Nacht schlafen. Schlafen? Wie soll das denn jetzt gehen. Bin doch viel zu aufgeregt. Egal „Wat mut dat mut“  ist die Devise. Also Schlafanzug an und ab in die Falle.

Nach vielem Hin und Her konnte ich dann doch noch ein paar Stunden schlafen. Gott sei Dank! Ich sah mich schon wie einen Zombie in Dubai landen. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erzählt habe, aber ich kann in Flugzeugen, Bussen oder Autos grundsätzlich nicht schlafen!!! Drei Kreuze gemacht, dass ich doch noch ein bisschen Schlaf gefunden habe.

Checkliste abarbeiten.

  • Reisepass OK
  • E-Ticket OK
  • Kreditkarten OK
  • Unterlagen für die Krankenversicherung OK
  • Impfpass mit den teuren Impfungen OK
  • Visum für Kambodscha OK
  • Bargeld OK
  • Kontaktdaten für die Hotels OK
  • Notebook OK
  • Notfallnummern der Deutschen Botschaften OK
  • Fotoausrüstung und Akku OK
  • Videokamera aufgeladen OK

Jetzt noch mal den Rucksack wiegen. Kann ja so schwer nicht sein.

Warten am Gate 44 - Flughafen Düsseldorf
Warten am Gate 44 – Flughafen Düsseldorf

Bei Emirates hat man ja 30kg. Freigepäck. Ob ich mit knapp 42 kg wohl einchecken kann? Ich glaube nicht. Alles überflüssige raus aus dem Rucksack. Was nicht mit muss bitte aussteigen. Shampoo, Duschbad, Spülung, Sonnencreme und alles was man dort käuflich erwerben kann flog raus.  T-Shirts sind in Asien ja sowieso billiger. Bei 32,2kg gab ich das OK! Mein Rucksack durfte mit mir mitfliegen. Zur Not lag es eben an der Waage am Flughafen, dass ich so viel im Rucksack hatte.

So langsam wird es Zeit für das Taxi. Hat mal jemand die Telefonnummer von der Taxizentrale? „Hallo ich brauche ein Taxi nach Bangkok. Es reicht im Grunde  aber auch, wenn ihr mich bis zum Bahnhof bringt“. Der Taxifahrer, der mich abholte, wusste wohl von meinem Anruf und wollte dann doch einen Festpreis nach Bangkok aushandeln. Ich lehnte dankend ab und beließ es bei der Fahrt zum Bahnhof. Es war noch reichlich frisch draußen. Logisch es war ja auch noch Winter. Aber in ein paar Stunden wird es wärmer. Sehr viel wärmer. Dann sitzt du mit deinem Hintern in der Wüste. Ohne dieses Winter-Schmuddel-Wetter. Bye bye, Goodbye, Auf Wiedersehn.

Jetzt nur noch herrausbekommen, wie man mit dem Rail und Flycode von der Airline das Zugticket aus dem Automaten bekommt. Nach langem und ausgedehntem Kampf mit dem DB-Automaten und vielen Wartenden hinter mir, ist es mir doch noch 4 Minuten vor Abfahrt gelungen das Ticket aus dem Automaten auszudrucken. Jetzt aber auf und davon! Den Zug sehe ich gerade einfahren, als ich den Bahnsteig betrat. Und Glück gehabt! Noch jede Menge Sitzplätze frei für mich und meinem Rucksack, nebst Laptop, Foto und Videotasche.

Damit alles mit kann, habe ich die Technik ins Handgepäck gepackt. Die Tasche darf jetzt aber niemand wiegen. Der Trageriemen schneidet schon heftig in die Schulter. Frage mich, was schwerer ist. Die Tasche oder der Rucksack? Egal, da müssen wir jetzt durch. Der Zug fuhr an und mein Abenteuer konnte beginnen. Nach 20 Minuten war ich ohne weitere Probleme in Essen. 10 Minuten zum Umsteigen sollten reichen. Ich muss wohl durch den gesamten Bahnhof hetzen, aber das war zu schaffen.

Am Gleis angekommen sah ich, dass ich gar nicht so hetzen musste. Ihr Zug hat ca. 20 Minuten Verspätung stand da auf der Anzeigetafel. Na, danke Deutsche Bahn! So kennen wir es nicht anders. Unpünktlich wie immer. Aber ich habe 30 Minuten Verspätung einkalkuliert. Kein Problem. Der Zug wird voll. Der gesamte Bahnsteig war voll mit Menschen. Eine Schulklasse und ein auf dem Parallelgleis gestrandeter Zug sorgten für eine unangenehme Fülle. Aber die vielen Menschen hatten auch einen Vorteil. Sie dienten als Schutzschild gegen den eisigen Wind auf dem Bahnsteig.

Als nun endlich der Zug ankam, war an einen Sitzplatz nicht zu denken. So voll müssen die Züge in Indien sein, habe ich mir gedacht. Genauso wie in der Dokumentation in der letzten Woche auf Arte. Jetzt noch ein bisschen aushalten, die Zähne zusammen beißen und am Düsseldorfer Flughafen aussteigen. Hier bekommt das Wort aussteigen gleich eine ganz andere Bedeutung. Herübersteigen wäre richtiger. So voll war der Zug. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle diejenigen, die am Flughafen aussteigen wollten, auch aussteigen konnten. Aber wie gesagt, das Abenteuer hat schon begonnen.

Der richtige Schalter war schnell gefunden. Die Dame von Emirates erzählte mit etwas von 34,2 kg. Klar sagte ich. Ist ja auch noch meine Jacke von der Anreise drin. Denn die hatte ich noch schnell nach der Ankunft am Flughafen in den Rucksack gezwängt. Die brauche ich die nächsten Wochen sowieso nicht mehr. Erst wieder bei der Ankunft zurück auf heimischem Boden. Die Dame lächelte und ließ meinen Koffer ohne weitere Gegenwehr durch. Auch ohne Bezahlung. Nette Damen dort bei Emirates.

Auf zum Sicherheitscheck. Nachdem ich schon aus reiner Vorsicht Schuhe und Gürtel in den Korb zur Durchleuchtung gegeben habe, kommt nun meine Techniktasche zum Einsatz. Laptop, Kabel, Objektive, Ladegräte, Videokamera und wer weiß was da noch alles drin war. Das Band stoppte, ein zweiter Sicherheitsbeamter kam hinzu und schaute ungläubig auf den Monitor. Ich kann mir schon vorstellen was er da sah. Ein Kauderwelsch von elektronischen Geräten, Kabeln und Akkus. Der Sicherheitmensch winkte einen dritten Mann herbei. Dieser war vom Bundesgrenzschutz oder Bundespolizei wie das heute heißt. Ob ich ihm bitte folgen würde. Was für eine Frage. Habe ich denn die Wahl? Na gut! Ich komme mit. Meine Tasche wurde einem Wischtest unterzogen und in einer Art Gastomatographen  auf Sprengstoff und auf Drogen kontrolliert. Das ging relativ schnell und eine grüne Anzeige am Display bedeutete wohl, dass alles in Ordnung ist. Ich durfte gehen. Mit meiner Tasche.

Am Abflug-Gate 44 - Düsseldorf - Flughafen
Am Abflug-Gate 44 – Düsseldorf – Flughafen

Nur noch durch die Passkontrolle und dann zum Dutyfree Einkauf. Ich hatte mir extra übers Internet eine Karte zum Punktesammeln im Duryfree Bereich bestellt. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Hier gab es nichts, was ich im Internet nicht billiger bekam. Ich rauche nicht, ich trinke so gut wie keinen Alkohol und Parfüm war auch nicht wirklich billiger. Da bleibt dann wohl nur noch das Essen in der Gastronomie. Noch schnell etwas gegessen und dann ab zum Gate und warten auf das Boarding. Bis zum Einsteigen noch ein bisschen Musik gehört und E-Mails beantwortet. Schon wurde mein Flug aufgerufen und es ging ab in den Flieger. Einen Airbus A330-200. Nicht das neueste Modell aber durchaus in Ordnung. In sechs Stunden bin ich in Dubai. Tausend und eine Nacht…ich komme schon…

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