Wat Phnom Daun Penh (Hügeltempel) von Innen
Wat Phnom Daun Penh (Hügeltempel) von Innen

Ich brauchte ein paar Tage, bis ich dies alles verdaut hatte. Im Leben hatte ich nicht mit so einer Geschichte gerechnet. Im Grunde wollte ich nur Infos über Kambodscha für mein Backpacker-Dasein. Okay. Noch ein Grund mehr, mich noch intensiver mit Kambodscha zu beschäftigen. Was gibt es dort wohl noch zu sehen. Wie plane ich am intelligentesten die Route. Im Grunde will ich alles sehen. Aber woher nehme ich die 10 Jahre Urlaub. Also, Prioritäten setzen. Natürlich will ich Phnom Penh sehen, die Hauptstadt von Kambodscha. Phnom Penh hat seinen Namen von auf einem Hügel errichteten Tempel „Wat Phnom Daun Penh (Hügeltempel)“ aus dem Jahr 1372. Der Hügel wurde künstlich errichtet und misst 27 Meter in der Höhe. Als nächstes will ich mir den Königspalast von König Norodom Sihanouk ansehen. Anschließend den Central Market, ein riesiger Markt im Zentrum von Phnom Penh.

Tuol-Sleng-Genozid-Museum (S-21). Das Foltergefängnis der Roten Khmer
Tuol-Sleng-Genozid-Museum (S-21). Das Foltergefängnis der Roten Khmer

Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum (S-21) dem Foltergefängnis der Roten Khmer. Nicht zu vergessen – die Killing Fields vor den Toren der Stadt. Eine Woche sollte reichen. Wohin ich nach Phnom Penh will, ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche. Nach Siem Reap – das bedeutet nach Angkor Wat!!! DEM Höhepunkt meiner Reise. Dem Symbol Kambodschas. Wie viele Tage brauche ich? Keine Ahnung! Ich plane mal 10 Tage ein. Anschließend nach Battambang und von dort mit dem Zug zurück nach Phnom Penh und weiter nach Sihanougville, einem aufstrebenden Küstenort, der sich langsam zu einer Touristenhochburg entwickelte. Ein paar Tage relaxen habe ich mir dann bestimmt verdient. Anschließend zurück zur Hauptstadt von Kambodscha und noch ein paar Tage die Landeshauptstadt erkunden, bevor es wieder nach Hause geht. Perfekt! Die Tour steht!!!

Jetzt recherchieren, wie ich am günstigsten nach Phnom Penh fliege. Direkte Verbindungen gibt es nicht. Also beschließe ich über Thailand zu fliegen.

Skyline von Phnom Penh vom Mekong Richtung Riverside
Skyline von Phnom Penh vom Mekong Richtung Riverside

So führt mich meine Route von Düsseldorf mit Emirates nach Dubai. Auch eine interessante Stadt, gleich mal einen Stop-Over eingeplant, um mir, zumindest für einen Tag, die Stadt des Orients anzuschauen, über die so viel geredet wird. Wenn man doch mal gerade dort ist. Weiterflug am nächsten Tag mit Emirates nach Bangkok. Ein paar Tage akklimatisieren. Aber nicht in so einer großen Stadt wie Bangkok. Viel zu groß nach einer so langen Reise.

Meine Wahl fällt auf Pattaya. Eine Stadt am Meer und lange nicht so riesig wie Bangkok. 3 Tage müssten reichen. Von dort aus zurück nach Bangkok Airport und weiter mit AirAsia nach Phnom Penh – Kambodscha. Reiseplan wie oben beschrieben und dann wieder zurück mit AirAsia nach Bangkok. Im Übrigen Spot-Billig. 25US$ pro Flug. Ein paar Tage Entspannung in Pattaya mit Limousinen-Retoure zum Airport Bangkok. Mit Emirates ab nach Dubai und nach 3 Stunden Pause den Weiterflug zurück nach Düsseldorf. Das war der Plan und er gefiel mir gut. Sehr gut.

Jetzt noch das Internet quälen, um die Formalitäten wegen Ein- und Ausreise zu regeln. Ist ja mehr als ein Grenzübertritt von Deutschland nach Holland. Und vom Schengen Raum ein paar Kilometer zu weit weg. Das Visum für Dubai konnte man bei Emirates gleich mitbuchen. Ebenso das Zug-Ticket von meiner Heimatstadt zum Düsseldorfer Flughafen. Auch Thailand schien kein Problem zu sein, wenn man sich nicht länger als 30 Tage im Königreich aufhalten möchte. Nur ein gültiges Rückflugticket sollte gebucht sein und ein Hotel für die erste Nacht wäre gut. Na, kein Problem.

Angkor Wat – Der Höhepunkt meiner Kambodscha Reise. Das wohl meist fotografierte Symbol Kambodschas.
Angkor Wat – Der Höhepunkt meiner Kambodscha Reise. Das wohl meist fotografierte Symbol Kambodschas.

Kambodscha war da schon anders. Zwei Passfotos, Visum-Antrag vor Ort oder gerade neu: das Online-Visum. Prima dachte ich. Schnell ein Online-Visum beantragen und abwarten, wie lange das dauert. Kostenpunkt 25$ für das Online-Visum. 20$ für das Visum vor Ort. Ich nahm das Online-Visum, da ich mir die Wartezeit an der Imigration in Phnom Penh kneifen wollte. Abends Visum-Antrag online ausgefüllt und am nächsten Mittag lag das Visum überraschenderweise bereits in meinem E-Mail Posteingang.  Nur noch 2 mal ausdrucken und ab in den Pass damit. Pass? Reisepass? Wie lange war der noch gültig? Drei Monate waren mit Sicherheit zu wenig. Also ab aufs Einwohnermeldeamt und fix einen neuen Pass beantragt. Habe ja noch Zeit genug. Worum muss ich mich noch kümmern?

Ach ja… meine Gesundheit. Es geht ja in die Tropen. Gesund hin und wenn es irgendwie geht gesund zurück. Schnell mal meinen Hausarzt kontaktiert, Termin bekommen und eine tropen-medizinische Beratung abgeholt. By the way – keine Krankenkassenleistung. Und auch die meisten Impfungen, die er vorschlug waren nicht wirklich günstig. 3 x Twinrix (Hepatitis Kombi-Impfung) = 3 mal 80 Euro. Tetanus-, Diphtherie-, Typhus- und Tollwut-Impfungen waren auch nicht billig, zumal die Tollwut-Impfung in Deutschland mangels Impfstoff nur noch für Förster, Jäger und gerade gebissene Patienten vorrätig war. Somit musste ich mir den Impfstoff für die Tollwut aus dem europäischen Ausland organisieren und bezahlen. Und zu guter Letzt kam noch die Malaria Stand-By Medikamente. Gut, dass mir mein Arzt von der Japanischen Enzephalitis Impfung abgeraten hat. Sonst wäre ich als Schweizer Käse im Gepäck mit geflogen. Nur noch eine Reiseapotheke und ich kann meine „Klinik unter Palmen“ eröffnen. Habe ich jetzt an alles gedacht? Noch eine Auslandskrankenversicherung beim ADAC abgeschlossen, nur mal zur Sicherheit. Die holen einen auch tot zurück. Besser ist das. Tsunamis, Erdbeben, Schlangen, Skorpione, wilde Tiere und wer weiß wie groß die die Mücken sind. Schleunigst noch einen Mücken-Schutz im Internet bestellt und neue Wander-Tacking-Schuhe von Camel müssen auch noch sein. Wenn das so weiter geht, bin ich pleite, bevor ich geflogen bin.

Aber ich bin sicher. So sicher, wie ich auch nur sein kann. Als letzter Mensch gegen eine Überzahl von wilden Tieren und Eingeborenen.

Noch fast 3 Monate bis zum Flug!!! Kambodscha ich komme!!!

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